Fahrrad mit Helm und Jacke neben Picknickdecke auf Wiese im Park

Fahrradfreundliches Haaren e.V.

Aachener Bürgerinitiative für einen sicheren und komfortablen Radverkehr in Haaren und Verlautenheide

Stellungnahme zur anstehenden Asphaltsanierung Jülicher Straße zwischen Blücherplatz und Hansemannplatz


Für viele Bürgerinnen und Bürger aus Haaren und Verlautenheide, die mit dem Rad in die Innenstadt fahren, ist der Weg über die Jülicher Straße die Hauptverbindung. Im Verlauf der Strecke kommen weitere Radfahrende aus dem Aachener Nordosten hinzu. Das führt dazu, dass am Hansemannplatz von der Jülicher Straße aus bei weitem der stärkste Radverkehrszulauf zum Alleenring besteht, wie eine Zählung von 2017 [Quelle, Folie 13] ermittelt hat. Entsprechend viele „Erfahrungen“ wurden auf diesem Weg gesammelt, natürlich auch von unseren Mitgliedern.

Die Mängelliste ist lang:
1) Zwischen Haaren und Blücherplatz entstehen die Gefährdungen meist an Aus- und Einfahrten und Bushaltestellen.
2) Ab Blücherplatz fährt man auf beiden Seiten ohne Schutz zwischen parkenden Autos und fließendem Verkehr, zu dem auch Lastwagen gehören. Das notwendige Gefühl von Sicherheit fehlt hier völlig.
3) Die parkenden Autos sind häufig Lieferfahrzeuge, die breiter als der Parkstreifen sind, die auch oft ein- und ausfahren oder mit geöffneter Ladeklappe in den Radweg hineinragen. Überhaupt wird der vorhandene Sicherheitsstreifen zwischen Parkenden und Radweg oft zum Parken breiterer Autos genutzt, so dass die Dooring-Gefahr trotz Sicherheitsstreifen besteht. In einem solchen Fall mit dem Rad nach links auszuweichen, wäre lebensgefährlich. Zwei typische Situationen sind in den Fotos zu sehen.

4) Der Radfahrstreifen führt auf beiden Seiten über und durch die Regenrinne, d.h. nach Regenfällen durch Pfützen. Auch hier darf man auf keinen Fall versuchen, die Pfützen zu umfahren.
5) Eine weitere Gefahrenquelle ist die Rechtsabbiegerspur am Hansemannplatz stadteinwärts.
6) Stadtauswärts bietet die Bushaltestelle hinter dem Hansemannplatz Konfliktpotenzial. Wenn der Bus steht, muss man ihn überholen. Wenn er dann aber anfährt, kreuzt er den Weg des Radfahrers. Die Umplanung der Bushaltestelle scheint uns daher sinnvoll zu sein.

Dass dieser gefährliche Abschnitt nun radfahrerfreundlicher gestaltet werden soll, begrüßen wir sehr. Aber wir Mitglieder vom fahrradfreundlichen Haaren sehen nicht, dass die bisherige Planung die Sicherheit von Radfahrenden im Sinne des Radentscheids erhöht.

Man wird nach wie vor ohne Abtrennung zwischen dem parkenden und dem fließenden Verkehr fahren. Das führt weiterhin zu engen Abständen auf beiden Seiten und es besteht Dooring-Gefahr, was beides kein Gefühl von Sicherheit erzeugt. Das Ziel, Radfahren attraktiver und sicherer zu machen, wird so nicht erreicht.

Insgesamt sind wir davon überzeugt, dass die neuen Planungen niemanden dazu bewegen werden, vom Auto auf‘s Rad umzusteigen. Genau das ist aber notwendig, wenn die Mobilitätswende gelingen soll. Besonders wenn die A544 gesperrt wird, ist doch jeder Umsteiger ein Gewinn. Auch unter diesem Aspekt wird hier eine große Chance vertan.

Die Begründung, wegen der geplanten parallel verlaufenden Radvorrangroute auf baulich geschützte Radverkehrsanlagen auf der Jülicher Straße verzichten zu können, finden wir sehr enttäuschend und grundfalsch.
1) Die geplante Radvorrangroute ist im Winter und im Dunkeln oft einsam, deshalb meiden dann besonders Frauen verständlicherweise diese Strecke.
2) An der Jülicher Straße sind viele Geschäfte, die auch Start und Ziel der Radfahrenden sein können.
3) Der Lieferdienst Flink schickt seine Radkuriere von seinem Verteilerzentrum an der Jülicher Straße aus in die Stadt.
4) Das Einzugsgebiet der Jülicher Straße ist groß und wird durch die Ansiedlung „At The Park“ noch größer. Die Radvorrangroute an der Wurm liegt für manche Stadtteile zu weit abseits.
(Grüner Weg, Lombardenstraße, Passstraße, usw.)
5) Auf der Jülicher Straße sind zahlreiche Briefzusteller aus dem Zustellzentrum Talbotstraße mit ihren Lastenrädern unterwegs.

Wenn man wirklich eine Verkehrswende möchte, muss sich das Radfahren überall sicher anfühlen, erst recht an einer stark genutzten Hauptverkehrsachse. Deshalb gehört diese Bedingung auch zu den Kernforderungen des Radentscheids, der ja vom Rat mit großer Mehrheit verabschiedet wurde. Dass diese Kernforderung hier nicht umgesetzt wird, ist für uns völlig unverständlich und enttäuschend, zumal gerade die Breite der Jülicher Straße dies ermöglichen würde.

Was die alternativen Planungsmöglichkeiten angeht, schließen wir uns der Stellungnahme von ADFC, VCD, UUM und Radentscheid an.


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